Moed Katan 9

Kapitel 9

א קילקולי המים שברה"ר וכו': חטיטה אין חפירה לא
1 W<small>ASSER[BEHÄLTER] AUF ÖFFENTLICHEN</small> P<small>LÄTZEN AUSBESSERN &amp;C.</small> Nur ausbaggern, nicht aber [tiefer] graben.
ב אמר ר' יעקב אמר ר' יוחנן לא שנו אלא שאין רבים צריכין להם אבל רבים צריכין להם אפילו חפירה מותר
2 R. Ja͑qob sagte im Namen R. Joḥanans: Dies lehrten sie nur [von dem Falle], wenn das Publikum sie nicht braucht, wenn aber das Publikum sie braucht, darf man auch [tiefer] graben. –
ג וכי רבים צריכין להם מי שרי והתניא חוטטין בורות שיחין ומערות של יחיד ואין צריך לומר של רבים ואין חופרין בורות שיחין ומערות של רבים ואין צריך לומר של יחיד מאי לאו בשרבים צריכין להם
3 Ist es denn erlaubt, wenn das Publikum sie braucht, es wird ja gelehrt: Man darf private Brunnen, Gruben und Höhlen ausbaggern, und um so mehr öffentliche; man darf aber nicht öffentliche Brunnen, Gruben und Höhlen [tiefer] graben, und um so weniger private. Doch wohl, wenn das Publikum sie braucht!? –
ד לא בשאין רבים צריכין להם
4 Nein, wenn das Publikum sie nicht braucht. –
ה דכוותה גבי יחיד שאין יחיד צריך להם חטיטה מי שרי והתניא בורות שיחין ומערות של יחיד כונסין מים לתוכן אבל לא חוטטין ולא שפין את סדקיהן ושל רבים חוטטין אותן ושפין את סדקיהן
5 Dementsprechend auch private, wenn man sie nicht braucht; ist denn das Ausbaggern dann erlaubt!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf in privaten Brunnen, Gruben und Höhlen Wasser ansammeln, man darf sie aber nicht ausbaggern, auch nicht die Spalten glätten; öffentliche darf man ausbaggern, auch die Spalten glätten. –
ו ואלא מאי בשיחיד צריך להם דכוותה גבי רבים בשרבים צריכין להם חפירה מי אסיר והתניא בורות שיחין ומערות של יחיד כונסין מים לתוכן וחוטטין אותן אבל לא שפין את סדקיהן ולא חוטטין לתוכן ולא סדין אותן בסיד ושל רבים חופרין אותן וסדין אותן בסיד
6 Wenn etwa private in dem Falle, wenn man sie braucht, dann dementsprechend auch öffentliche, wenn das Publikum sie braucht; ist denn das [tiefere] Graben dann verboten!? Es wird nämlich gelehrt: Man darf in privaten Brunnen, Gruben und Höhlen Wasser ansammeln, auch darf man sie ausbaggern, nicht aber darf man die Spalten glätten, auch nicht Schutt in diese tun oder sie mit Kalk ausschmieren; öffentliche darf man [tiefer] graben und mit Kalk ausschmieren!? –
ז אלא קשיא הך קמייתא תריץ הכי חוטטין בורות של יחיד בשיחיד צריך להם ואין צריך לומר בשל רבים כשרבים צריכין להם דאפילו חפירה מותר
7 Dem widerspricht ja die erste [Lehre]!? – Erkläre sie wie folgt: Man darf private Brunnen ausbaggern, wenn man sie braucht, und um so mehr öffentliche, wenn das Publikum sie braucht, denn dann ist sogar das [tiefere] Graben erlaubt;
ח ואין חופרין בורות שיחין ומערות של רבים בשאין רבים צריכין להם ואין צריך לומר של יחיד דכי אין יחיד צריך להם אפילו חטיטה נמי אסור
8 man darf aber keine öffentlichen Brunnen, Gruben und Höhlen [tiefer] graben, wenn das Publikum sie nicht braucht, und um so weniger private, wenn man sie nicht braucht, denn dann ist sogar das Ausbaggern verboten.
ט אמר רב אשי מתניתין נמי דיקא דקתני עושין כל צורכי רבים כל לאתויי מאי לאו לאתויי חפירה
9 R. Aši sprach: Dies ist auch aus unserer Mišna zu entnehmen. Wir haben gelernt, man dürfe alle öffentlichen Arbeiten verrichten; was schließt das ‘alle’ ein? Doch wohl das [tiefere] Graben. –
י לא לאתויי הא דתניא יוצאין לקווץ את הדרכים ולתקן את הרחובות ואת האסטרטאות ולמוד את המקואות וכל מקוה שאין בו ארבעים סאה מרגילין לתוכו ארבעים סאה
10 Nein, dies schließt das ein, was im folgenden gelehrt wird: Man darf hinausgehen, die Wege entdornen, die Plätze und die Straßen ausbessern und die Tauchbäder nachmessen; hat ein Tauchbad keine vierzig Seá [Wasser], so leite man vierzig Seá hinein.
יא ומנין שאם לא יצאו ועשו כל אלו שכל דמים שנשפכו שם מעלה עליהם הכתוב כאילו הם שפכום ת"ל (דברים יט, י) והיה עליך דמים
11 Woher, daß, wenn sie dies alles nicht getan haben, die Schrift ihnen alles Blut, das dadurch vergossen wird, anrechnet, als hätten sie es vergossen? Es heißt: <i>und du so mit Blutschuld beladen werdest.</i> –
יב הא בהדיא קתני לה ומתקנין את הדרכים ואת הרחובות ואת המקואות ועושין כל צורכי רבים לאתויי מאי לאו לאתויי חפירה שמע מינה:
12 Auch dies wird ja ausdrücklich gelehrt: Ferner darf man Wege, Stadtplätze und Tauchbäder ausbessern und alle öffentlichen Arbeiten verrichten. Was schließt dies ein? Dies schließt wohl das [tiefere] Graben ein. Schließe hieraus.
יג מציינין את הקברות: אמר ר"ש בן פזי רמז לציון קברות מן התורה מנין תלמוד לומר (יחזקאל לט, טו) וראה עצם אדם ובנה אצלו ציון
13 G<small>RÄBER BEZEICHNEN.</small> R. Šimo͑n b. Pazi sagte: Wo befindet sich in der Tora eine Andeutung für die Bezeichnung der Gräber? Es heißt: <i>und wenn einer ein Menschengebein erblickt, so soll er ein Mal daneben errichten</i>.
יד א"ל רבינא לרב אשי הא מקמי דליתי יחזקאל מאן אמר וליטעמיך הא דאמר רב חסדא דבר זה מתורת משה רבינו לא למדנו מדברי יחזקאל בן בוזי למדנו (יחזקאל מד, ט) כל בן נכר ערל לב וערל בשר לא יבא אל מקדשי (לשרתני)
14 Rabina sprach zu R. Aši: Wer sagte dies, bevor Jeḥezqel kam? – Wie willst du nach deiner Auffassung das erklären, was R. Ḥisda gesagt hat, daß wir dies nämlich nicht aus der Tora Mošes lernen, sondern aus den Worten Jeḥezqels, des Sohnes Buzis: <i>kein Fremdling, der unbeschnittenen Herzens und unbeschnittenen Fleisches ist, soll in mein Heiligtum eintreten</i>;
טו מקמי דליתי יחזקאל מאן אמר אלא גמרא גמירי לה ואתא יחזקאל ואסמכה אקרא הכא נמי גמרא גמירי לה ואתא יחזקאל ואסמכה אקרא
15 wer sagte dies bevor Jeḥezqel kam? Vielmehr war es eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqel kam und brachte es zu Schrift, ebenso war es auch hierbei eine überlieferte Lehre, und Jeḥezqel kam und brachte es zu Schrift.
טז רבי אבהו אמר מהכא (ויקרא יג, מה) וטמא טמא יקרא טומאה קוראה לו ואומרת לו פרוש וכן אמר רבי עוזיאל בר בריה דרבי עוזיאל רבה טומאה קוראה לו ואומרת לו פרוש
16 R. Abahu sagte: Hieraus: <i>unrein, unrein, soll er rufen</i>; die Unreinheit muß ihm zurufen und sprechen: Entferne dich. Ebenso sagte auch R. U͑ziél, Sohnessohn R. U͑ziél des Großen: die Unreinheit muß ihm zurufen und sprechen: Entferne dich. –
יז והאי להכי הוא דאתא ההוא מיבעי ליה לכדתניא וטמא טמא יקרא צריך להודיע צערו לרבים ורבים מבקשין עליו רחמים
17 Deutet dies denn hierauf, dies deutet ja auf das folgende!? Es wird nämlich gelehrt: <i>Unrein, unrein, soll er rufen</i>; er muß sein Leid öffentlich kund tun, damit das Publikum für ihn bete!? –
יח א"כ ליכתוב וטמא יקרא מאי וטמא טמא שמעת מינה תרתי
18 Es könnte ja heißen: <i>unrein soll er rufen</i>, wenn es aber heißt: <i>unrein, unrein</i>, so ist hieraus beides zu entnehmen.
יט אביי אמר מהכא (ויקרא יט, יד) ולפני עור לא תתן מכשול רב פפא אמר (ישעיהו נז, יד) ואמר סלו סלו פנו דרך
19 Abajje sagte: Hieraus: <i>du sollst dem Blinden kein Hindernis in den Weg legen</i>. R. Papa sagte: Hieraus:<i> und so sagt er denn: Macht Bahn, macht Bahn, richtet her den Weg.</i>
כ רב חיננא אמר הרימו מכשול מדרך עמי ר' יהושע בריה דרב אידי אמר (שמות יח, כ) והודעת להם את הדרך (אשר) ילכו בה
20 R. Ḥenana sagte: Hieraus: <i>räumt meinem Volke jeden Anstoß aus dem Wege</i>. R. Jehošua͑ sagte: Hieraus: <i>und weise ihnen den Weg, den sie wandeln sollen</i>.
כא מר זוטרא אמר (ויקרא טו, לא) והזרתם את בני ישראל מטומאתם רב אשי אמר (ויקרא יח, ל) ושמרתם את משמרתי עשו משמרת למשמרתי
21 Mar Zuṭra sagte: Hieraus: <i>ihr sollt die Kinder Jisraél verwarnen inbetreff ihrer Unreinheit</i>. R. Aši sagte: Hieraus: <i>beobachtet meine Satzungen</i>: füget eine Satzung zur Satzung hinzu.
כב רבינא אמר (תהלים נ, כג) ושם דרך אראנו בישע אלהים
22 Rabina sagte: [Hieraus:] <i>wer seinen Weg richtet</i>, <i>den werde ich das Heil Gottes sehen lassen.</i>
כג אריב"ל כל השם אורחותיו זוכה ורואה בישועתו של הקדוש ברוך הוא שנאמר ושם דרך אל תקרי ושם אלא ושם דרך אראנו בישע אלהים
23 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer seine Wege schätzt, dem ist es beschieden, das Heil Gottes zu sehen, denn es heißt: <i>wer seinen Weg richtet</i>, und man lese nicht <i>vesam</i> [richtet], sondern <i>vešam</i> [schätzt]; <i>den will ich das Heil Gottes sehen lassen</i>.
כד רבי ינאי הוה ליה ההוא תלמידא דכל יומא הוה מקשי ליה בשבתא דריגלא לא הוה מקשי ליה
24 R. Jannaj hatte einen Schüler, der jeden Tag Einwürfe gegen ihn zu machen pflegte, am Festšabbath aber machte er keine.